Der deutsche Holzmarkt befindet sich Anfang 2026 in einer ungewöhnlich angespannten Lage. Die Preise für Holz – insbesondere für Rundholz wie Fichte und Kiefer – sind so hoch wie noch nie, während gleichzeitig die Verfügbarkeit sinkt und die Nachfrage weiter steigt, vor allem aus der Bau- und Möbelindustrie sowie von Energieerzeugern.
Gründe für hohe Holzpreise 2026
Mehrere Faktoren treiben die Holzpreise derzeit nach oben:
- Knappes Angebot: Sägewerke klagen über geringe Vorräte und Schwierigkeiten, ausreichend Rohholz zu beschaffen. In vielen Regionen sind Liefermengen stark zurückgegangen, was den Wettbewerb um Holz verschärft.
- Stetig steigende Nachfrage: Bauholz bleibt stark nachgefragt. Auch Exportmärkte und energetische Nutzung tragen zur Nachfrage bei.
- Preisdisziplin: Anbieter und Händler versuchen offenbar, die Preise auf einem hohen Niveau zu halten, weil sie die Versorgungslage als kritisch einschätzen.
Folge: Die Sägewerke müssen inzwischen deutlich höhere Summen an Waldbesitzer zahlen, um ihr Rohholz-Angebot sicherzustellen. Diese Entwicklung setzt sich nach Einschätzung von Marktbeobachtern auch 2026 fort.
Wie sich die Holzpreise seit 2018 entwickelt haben
Um die Entwicklung bis heute besser einordnen zu können, ist ein Blick auf die vergangenen Jahre sinnvoll:
2018–2019: Moderater Markt
In den Jahren um 2018 und 2019 lagen die Holzpreise durch die großen Borkenkäferkalamitäten auf unterdurchschnittlichem Niveau. Teilweise wurden nur 30-35 €/ FM Rundholz gezahlt. Die Nachfrage war stabil, jedoch nicht außergewöhnlich. Zwischen 2019 und 2020 kam es sogar zu leichten Rückgängen bei einigen Holzsorten.
2020: Pandemie und Nachfrageverschiebungen
Mit Beginn der Corona-Pandemie stieg kurzfristig die Nachfrage nach Holzprodukten in einigen Segmenten (z. B. vermehrter Heimwerkerbedarf). Gleichzeitig gab es Liefer- und Logistikprobleme, die regional zu Preisschwankungen führten. Insgesamt blieb der Holzpreis jedoch moderat.
2021: Erholung und erste Anstiege
Ab 2021 zeichneten sich stärker steigende Preise ab. Die Bauindustrie nahm wieder Fahrt auf, und die Nachfrage nach Bauholz wuchs, was zu einem Aufwärtsdruck auf die Preise führte.
2022–2023: Energiekrise und volatile Märkte
Infolge von Energiepreissteigerungen und globalen Unsicherheiten kam es 2022 zu einer insgesamt volatilen Phase auch im Holzmarkt. Die Preise für Pellets, Brennholz und Bauholz zogen in vielen Segmenten deutlich an.
2024: Stabilisierung auf hohem Niveau
Im Jahr 2024 blieben die Holzpreise – gemessen am Erzeugerpreisindex – auf einem relativ hohen Niveau, nachdem sie zuvor stark zugenommen hatten. Der Index für Holzprodukte lag spürbar über dem Niveau der Vorjahre.
2025: Rekordpreise und erneute Dynamik
Im Verlauf von 2025 stiegen Holzpreise weiter und erreichten vielerorts sehr hohe Werte. Rundholzpreise – insbesondere für Fichte – lagen regional bei mehr als 130 € pro Kubikmeter und damit auf Rekordniveau. Gleichzeitig gab es Phasen, in denen Preise nach unten korrigierten, weil Nachfrage und Angebot nicht überall gleich stark waren.
2026: Fortgesetzter Preisanstieg
Zum Jahreswechsel 2025/2026 setzt sich der Trend zu sehr hohen Preisen fort oder stabilisiert sich auf einem hohen Niveau. Engpässe bei der Versorgung und anhaltend starke Nachfrage bedeuten derzeit für viele Waldbesitzer attraktive Verkaufspreise.
Wirtschaftliche Bewertung
Der Holzmarkt bleibt aus mehreren Gründen strukturell angespannt:
- Geringere Waldnutzung in früheren Jahren hat langfristig das verfügbare Angebot begrenzt.
- Nachfrage aus Bau, Energie und Exportmärkten steigt, nicht zuletzt auch wegen wachsender Nutzung von Holz als klimafreundlicher Baustoff.
- Knappe Vorräte und logistische Engpässe verstärken die Preisentwicklung.
In der Folge profitieren Waldbesitzer aktuell von hohen Preisen, Sägewerke hingegen müssen Strategien finden, um langfristig konkurrenzfähig zu bleiben. Gleichzeitig bleibt der Markt empfindlich gegenüber externen Störungen – etwa in Transportketten oder bei der Baukonjunktur.
Quellen:
Keine Antworten